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Neu an Bord: Kiesel Elektrotechnik

Neu an Bord!

11. August 2021

Kiesel Elektrotechnik – das ist ein kleiner Betrieb, geführt von Elektrotechnik-Meister Volker Kiesel aus Rottenburg am Neckar. Zusammen mit seiner Frau, einem Mitarbeiter und einem Auszubildenden kümmert er sich im ganzen Landkreis Tübingen – größtenteils für private, aber auch für gewerbliche Kunden – um Elektroinstallationen, Smart Home, Netzwerk- und Gebäudetechnik, Daten- und Antennentechnik oder Erneuerbare Energien.

Innovation und Inklusion

Volker Kiesel möchte der Lieblingshandwerker seiner Kunden sein und gerade auch älteren Menschen ein gesundes und selbstbestimmtes Wohnen ermöglichen. So baut er beispielsweise Assistenzsysteme oder gut erreichbare Nachrüst-Schalter [Anmerkung der Redaktion: Diese ermöglichen das Ein- und Ausschalten von z.B. Leuchten oder Steckdosen per App, Sprachbefehl oder Zeitschaltung] für Senioren oder Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen ein. Zusätzlich sieht er sich als Vermittler zwischen Digitalem und Analogem, zwischen Mensch und Maschine. Digital-zurückhaltende Menschen wollen oft „an die Hand“ genommen werden und genauestens in den Gebrauch dieser neuartigen Helfer eingewiesen werden. Durch Zuhören und Beraten würden hier oft Vorurteile abgebaut und Vertrauen erweckt werden.

Gefragt sind Alltags-Hilfen, etwa ein mit der Klingel verbundenes Lichtsignal oder eine Sensorik, damit der Herd automatisch abschaltet, wenn keine Bewegung registriert wird.

Volker Kiesel, Geschäftsführer Kiesel Elektrotechnik

Außerdem ist Volker Kiesel leidenschaftlicher Netzwerker und stets im Austausch mit Kollegen, Außendienstlern oder politischen Akteuren in der Welt des Handwerks. Seine Mission: Einander auf den neuesten technischen Stand bringen, um Rat fragen, in die Zukunft blicken und gemeinsam die Welt des Handwerks, also auch: die der Digitalisierung, gestalten. Gemeinschaft zu pflegen, zu nutzen und auch selbst zu organisieren hat für ihn größte Bedeutung.

Volker Kiesel hält Vorträge auf Messen oder vor Senioren und organisiert Workshops zu Themen rund um die Digitalisierung. Auch ist er ein Gesicht der Kampagne Zukunftsinitiative Handwerk 2025, eine Perspektive, die Handwerksbetriebe mit sämtlichen Informationen rund um die Digitalisierung versorgt und unterstützt.

Wir haben uns virtuell mit dem Handwerkschef getroffen und ihm unsere Fragen gestellt.

1. Was ist Ihr Lieblings-Werkzeug und warum?  

Ich nutze digitale und analoge Werkzeuge gleichermaßen. Ohne Schraubenzieher, Zangen, Schlagbohrer und VDE-Zangen geht leider nichts – mit den Zähnen kann man das Kabel ja schließlich nicht abmachen [lacht]. Es gibt ja neben dem klassischen Hand-Werkszeug auch die Tablets und Smartphones. Klar sind wir alle mittlerweile digital-affin, aber ich schätze es auch sehr, wenn man ganz „normal“ miteinander sprechen kann.

2. Haben Sie eine Lieblings-App? Wenn ja, welche und warum?

Ich mag eigentlich alle Apps, die ich von meinen Herstellern kriege, zum Beispiel die von Somfy oder Theben. Mit denen kann ich von überall aus auf eine Cloud zugreifen, das Haus-System des Kunden managen und Geräte miteinander vernetzen und bedienen.

Um eine Baustelle zu organisieren oder generell mit Kunden oder anderen Handwerkern zu kommunizieren, nutze ich gerne Craftnote. Die Kommunikation ist gewerks- und firmenübergreifend möglich. Die App hat – genau wie Whatsapp – eine Messenger-Funktion, aber ich kann dort auch Ordnerstrukuren erstellen oder Daten übertragen. Für die Kommunikation mit Kunden darf es gerne diskreter seinWhatsapp nutze ich lieber für private Kommunikation.

Ein Kollege aus Norddeutschland hat die App so organisiert, dass das Anfrage-Formular von seiner Website über eine Schnittstelle direkt mit der App verknüpft ist. Das Formular überträgt sämtliche Daten des Kunden wie beispielsweise die Kontaktdaten oder eine Beschreibung seines Anliegens automatisch auf das mobile Endgerät des Handwerkers. Somit kann der Kunde quasi seinen eigenen Auftrag generieren. So etwas finde ich spannend, da es nicht nur arbeitserleichternd ist, sondern auch klar und transparent. Und das schafft wiederum gegenseitiges Vertrauen.

Team-Kollegin Stephanie Kaiser im Video-Inteview mit Volker Kiesel

3. Welches Projekt ist Ihnen am meisten in Erinnerung geblieben?

Spannend fand ich ein etwas größeres Projekt in einer Wohnanlage mit 30 Wohneinheiten beim Betreuten Wohnen in Tübingen. Dort habe ich für die Senioren Assistenzsysteme wie etwa eine automatische Herd-Abschaltung und Wasser-Sensoriken eingebaut. Spannend war vor allem die Übergabe an die Benutzer, da hat man auch die eine oder andere Lebensgeschichte erfahren … Aber auch bei kleineren Aufträgen gibt es immer wieder Highlights.

4. Was mögen Sie am Handwerker-Sein? 

Die Abwechslung ist super. Kein Tag ist wie der andere. Es gibt auch immer mal wieder Notfälle. Am Ende des Tages bin ich Dienstleister und habe direkten Kundenkontakt. Die Kunden sind heutzutage gut informiert, man muss immer up-to-date sein. Gerade während der Pandemie habe ich viele Webinare, z.B. von Herstellern, besucht um mich fortzubilden.

5. Warum finden Sie es wichtig als Handwerker digital sichtbar zu sein? 

Dank der Digitalisierung ist es extrem einfach geworden sich zu vernetzen. Klar kostet es Zeit sich in gewisse Themen einzuarbeiten oder seine Social-Media-Kanäle zu pflegen, aber dank diverser Plattformen bekommt man Unterstützung und auch finanziell ist das sehr überschaubar. Die Teilnahme an Marketing-Kampagnen wie z.B. die Inititative Handwerk 2025 nützt nicht nur dem ganzen Handwerk, sondern auch einem selbst. Man macht mit, teilt es online auf sämtlichen Kanälen und hat ein gutes Image. Das ist auch sehr informativ für die Kunden.

Smart-Home, Erneuerbare Energien & Energiemanagementsysteme

Mit erneuerbaren Energien, wie z.B. Photovoltaik kann mittlerweile schon heute jeder seine Energie zu Hause selbst produzieren (lassen) und entsprechend seinem individuellen Bedarf verbrauchen. Auch E-Bikes oder E-Autos können einfach und unkompliziert aufgeladen werden und zwar direkt vor der eigenen Haustür. Intelligente Systeme speichern die Energie und stellen sie genau dann zur Verfügung, wenn sie gebraucht wird.

Mit einer Photovoltaikanlage werden Hausbesitzer zu Stromproduzenten. Den erzeugten Strom können Anlagenbetreiber nach Bedarf verbrauchen – überschüssiger Strom wird ins Stromnetz geleitet und vergütet. […] Eine Möglichkeit [so viel wie möglich eigens produzierten PV-Strom verbrauchen zu können] ist die Installation eines Stromspeichers. Dieser speichert den tagsüber überschüssig erzeugten PV-Strom und stellt ihn dann zur Verfügung, wenn er gebraucht wird (z.B. am frühen Morgen und abends). Außerdem können Sie Ihre PV-Anlage mit einer Wärmepumpe kombinieren. Da Wärmepumpen mit Strom betrieben werden, kann der Strom für den Betrieb der Wärmepumpe auch aus Ihrer Photovoltaikanlage bezogen werden. Entweder Sie nutzen hierfür überschüssig erzeugten Mittagsstrom, oder aber verwenden tageszeitunabhängig gespeicherten Solarstrom aus dem Batteriespeicher. Problematisch ist, dass der Anlagenbesitzer oft nicht weiß, wann überschüssiger Strom vorhanden ist. Für diesen Zweck wurden eigens sogenannte Energiemanagementsysteme oder Smart-Home-Systeme entwickelt. Mit diesen können Sie Ihren Anlagenertrag ständig überwachen und vermehrt dann Strom verbrauchen, wenn Ihre Anlage Strom produziert.

wegatech: Eigenverbauch – Warum es sich lohnt selbsterzeugten Photovoltaikstrom zu nutzen

Smart-Homes werden auch in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Ein Beispiel: die Anwesenheitssimulation. Elektrische Rollläden gehen automatisch hoch und runter, das Licht an und aus, auch wenn die Hausbesitzer im Urlaub sind. Beleuchtungssteuerung im Allgemeinen, intelligente Heizungen, Beschattung oder Belüftung durch intelligente Dachfenster oder Markisen, die je nach Wetter aus- und wieder einfahren, würden uns künftig mehr und mehr beschäftigen. Doch müsse jeder einzelne natürlich selbst bestimmen, inwieweit er zulasse, dass sämtliche Geräte im eigenen Haushalt über das mobile Endgerät gesteuert werden.

Das Analoge wird wertvoller

Die mit dem Thema Smart Home verbundene Digitalisierung begegnet Volker Kiesel in seinem Alltag täglich. Doch gerade, wenn er digitale Anwendungen für ältere Menschen, Personen mit Handicap und in der Pflege zugänglich macht, setzt er dabei auf analoge Kommunikation: Oftmals gehe es darum den Menschen die Angst vor neuen Technologien zu nehmen oder ihnen zu erklären, dass diese Werkzeuge ihnen dabei helfen weiterhin ein selbstständiges Leben zu führen.

Die digitale Technik muss analog rübergebracht werden. Das erwarten die Kunden.

Volker Kiesel, Geschäftsführer Kiesel Elektrotechnik

Die Pandemie hat einiges in Bewegung gebracht

Die Corona-Pandemie hat in den letzten Monaten eindeutig zu einer größere Offenheit bei den Menschen für die genannten Technologien beigetragen. Als es plötzlich nur noch über das Tablet möglich war die Enkel zu sehen, sahen sich einige „Digital-Muffel“ gezwungen sich nun endlich mit den digitalen Geräten zu beschäftigen.

Durch die verstärkte Nutzung des eigenen Zuhauses, auch als Arbeitsplatz beispielsweise, rüsten neuerdings viele ihre IT-Infrastruktur in der privaten Wohnung auf und so habe Volker Kiesel bereits jetzt damit zu tun vermehrt Daten-Leitungen zu legen. Weil immer häufiger die ganze Familie das WLAN ausreize, würde vermehrt wieder auf LAN-Kabel zurückgegriffen, damit die Internetverbindung stabil bleibe. Und so viel sei klar: Zumindest teilweise würde das Home-Office in Zukunft zu unserem Leben dazugehören während hingegen auf Home-Schooling getrost verzichtet werden könne, meint Volker Kiesel.

Intelligenter Ausblick in die Zukunft

Höchstinteressant werde in Zukunft auch das Thema „Künstliche Intelligenz“ werden. Wetterprognosen können etwa schon jetzt in die Steuerung intelligenter Energiemanagement-Systeme eingebaut werden. „Wenn ich weiß, dass drei Tage tolles Wetter ist und meine Photovoltaik-Anlage extrem viel produzieren kann, kann ich meine Systeme genau an die Gegebenheiten anpassen. Dann warte ich eben damit zu heizen bzw. warmes Wasser zu machen. Oder ich weiß, dass ich für die nächsten drei Tage keine Energie zukaufen muss.“, erklärt Herr Kiesel.

Aktuell ist er auf der Suche nach einem Elektroinstallateur. Gerade als kleiner Betrieb müsse man sich attraktiv auf dem Arbeitsmarkt darstellen. Deshalb biete er seinem künftigen Mitarbeiter eine 4-Tage-Woche an. Das Thema Work-Life-Balance ist den jungen Leuten heutzutage wichtig, das hat Volker Kiesel längst erkannt … Hier geht’s zur Stellenanzeige.

Wir wünschen Kiesel Elektrotechnik alles Gute weiterhin, viel Erfolg bei der Nachwuchs-Suche und sagen: Herzlich Willkommen an Bord bei wirsindhandwerk.de!

Informationen & Links

Quellen

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