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Das sind die Folgen des geplanten Azubi-Mindestlohns

Rund ums Handwerk

14. Februar 2018

Laut Koalitonsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD soll im Rahmen der Novellierung des Berufsausbildungsgesetzes eine „Mindestausbildungsvergütung“ verankert werden und zum 1. Januar 2020 in Kraft treten. Wir erklären die möglichen Auswirkungen.

ein Artikel von handwerk magazin, Ramón KadelDie wortwörtliche Formulierung des Azubi-Mindestlohns im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD lautet: „Im Rahmen der Novelle des Berufsbildungsgesetzes werden wir eine Mindestausbildungsvergütung im Berufsbildungsgesetzverankern.“ Dazu kommen weitere geplante Maßnahmen wie die Berufsorientierung in den Schulen, das Aufzeigen der Vorteile einer dualen Ausbildung auch an Gymnasien und der Ausbau der Hilfen sowohl für schwächere als auch leistungsstarke Azubis. Das würde die Vereinbarung für Handwerksunternehmer in der Praxis bedeuten:

Mindestlohn in Handwerkerausbildung Fleischer-Azubis (Ost) verdienen aktuell im ersten Ausbildungsjahr durchschnittlich nur 310 Euro im Monat. Durch einen Azubi-Mindestlohn könnte sich die Vergütung mehr als verdoppeln. – © auremar – stock.adobe.com

SO VIEL GELD FORDERN DIE GEWERKSCHAFTEN FÜR AZUBIS:

Die Gewerkschaften haben sich zum Ziel gesetzt, auch für Azubis ein „Mindestmaß an Absicherung“ herauszuholen. In einem Vorstandsbeschluss des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) heißt es daher, dass Azubis in Zukunft 80 Prozent der durchschnittlichen Tarifvergütung aller Berufe bekommen sollten. In der Praxis wären das:

  1. Lehrjahr: 635 Euro
  2. Lehrjahr: 696 Euro
  3. Lehrjahr: 768 Euro
  4. Lehrjahr: 796 Euro

HÖHERE VERGÜTUNG SOLL ABBRECHERQUOTE SENKEN

Das Hauptargument der Gewerkschaften, um eine Mindestausbildungsvergütung auch für Arbeitgeber schmackhaft zu machen, ist die Senkung der Abbrecherquote: Im Schnitt liegt diese bei 24 Prozent, bei schlecht bezahlten Berufen allerdings bei etwa 30 Prozent. „Dort wo die Vergütung besonders niedrig ist, sind die Abbrecherquoten extrem hoch“, sagte Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende, gegenüber Spiegel Online.

Im Handwerk ist das besonders bei den Friseuren zu spüren: Von gut 10.000 Jugendlichen, die jährlich ihre Ausbildung beginnen, halten nur gut 5.000 Azubis bis zur Prüfung durch. Die durchschnittliche Monatsvergütung von Friseur-Azubis liegt laut Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung im 1. Lehrjahr aktuell bei 406 EuroFleischer-Auszubildende (Ost) verdienen sogar nur 310 EuroSchornsteinfeger-Azubis 450 Euro.

ZENTRALVERBAND DER BÄCKER SIEHT AUSBILDUNG IM HANDWERK IN GEFAHR

Während die Gewerkschaften also die Vereinbarungen im Koalitionsvertrag begrüßen, stößt das Vorhaben im Handwerk auf Kritik: „Wir sehen die Gefahr, dass einige Betriebe dann nicht mehr ausbilden„, sagt Michael Wippler, Präsident des Zentralverbands des Bäckerhandwerks. Die Festlegung der Ausbildungsvergütung solle wie bisher Sache der Sozialpartner sein.

Für das handwerksnahe Ludwig-Fröhler-Institut (LFI) in München sind ohnehin andere Aspekte wichtiger als die Vergütung: „Hauptpunkte sind immer das Betriebsklima, eine gute und breit aufgestellte Ausbildung sowie rechtzeitig unterbreitete Übernahme- und Karrieremöglichkeiten„, sagte LFI-Bildungsexpertin Andrea Greilinger. Das LFI hat sich eingehend damit beschäftigt, wie Handwerksbetriebe Auszubildende finden und halten können.Dieser Beitrag wird präsentiert von:

Dies ist ein Beitrag des Handwerk Magazins

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