Digitalisierte Fertigung – Die Schreinerei nach Maß

Gerhard Luther ist mit seinen 70 Jahren schon lange kein Jungunternehmer mehr. Fit für die nächste Generation Handwerk sind der Tischlermeister und seine Schreinerei in Darmstadt trotzdem. Luther baut schon seit Jahren an der Schreinerei der Zukunft, ist stets auf der Suche nach frischen Ideen und wagt immer wieder Neues.

Ein Artikel von handwerk magazin, Annika Janßen

So war er in den 1980er Jahren einer der ersten Schreiner, die konsequent auf CNC-Fertigung umstellten. Herzstück der Produktion in der 1.000 Quadratmeter großen Werkstatt ist heute das Vier-Achs-CNC-Bearbeitungszentrum. Modernste Tischler-Technik, mit der sich auch anspruchsvolle Unikate und Prototypen fertigen lassen.

Digitalisierte Schreinerei - Handwerk der Zukunft
Gerhard Luther macht sich mit seiner „Schreinerei nach Maß“ in Darmstadt, aber auch international einen Namen. – © Tim Wegner

GROSSUNTERNEHMEN ALS KUNDE

Selbst sehr spezielle Kundenwünsche lassen sich mithilfe der digitalisierten Fertigung umsetzen. Luther hat Kreativität und individuelles Design zu einem Alleinstellungsmerkmal gemacht. Und: „Wir sind dank der Digitalisierung klein genug, um flexibel zu sein, und groß genug, um Projekte schnell umsetzen zu können“, erklärt Luther. Mit diesem Geschäftsmodell machte sich die „Schreinerei nach Maß“ erfolgreich einen Namen, Luther konnte Großunternehmen wie die Lufthansa, Merck, T-Online und die Biosupermarktkette Alnatura als Kunden für sich gewinnen.

DANK FACEBOOK NEUE ZIELGRUPPEN ERREICHEN

So wie Luther früh die Vorteile einer digitalisierten Produktion erkannte, setzt er nun auch konsequent auf die Vorteile digitalisierter Kundenkommunikation. Vor vier Jahren hat der Unternehmer gemeinsam mit seinem Betriebsleiter Matthias Knuhr eine Facebook-Seite für das Unternehmen gestartet. Hier präsentiert die Schreinerei neue Produkte, postet auch mal Fotos von der Weihnachtsfeier oder Videos von Arbeitsabläufen. „ So erreichen wir eine ganz neue Zielgruppe, sogar über den deutschen Markt hinaus “, sagt Luther.

Neukunden gewinnt er inzwischen fast ausschließlich über das Internet, wo er mit ausgefallenen, individuell designten Produkten auf die Schreinerei aufmerksam macht. Mal fräsen die Schreiner das Porträt eines regional bekannten Fußballers mit der CNC-Maschine in Plexiglas, um eine beleuchtete Vitrine für das Vereinshaus herzustellen. Mal entwerfen sie ein ausgefallenes Regal im Star-Wars-Design für einen Filmfan in Großbritannien, mal produzieren sie einen hölzernen Inlineskate-Schuh für den Werbepartner eines Sportartikelherstellers.

NEUE GESCHÄFTSIDEEN DURCH SOCIAL MEDIA

Fotos der Produkte verbreiten sich über die sozialen Medien und finden so Abnehmer in Frankfurt, London und selbst jenseits des Atlantiks. Ein echter Erfolg sind etwa die holzgefrästen Schallplattencover der Darmstädter Schreiner, die dank Facebook bereits 150 Abnehmer gefunden haben – unter anderem in Buenos Aires und Chicago. Der Firmen-Auftritt in den sozialen Medien dient aber nicht nur als virtuelles Schaufenster: Aus der Interaktion mit Kunden im Netz entstehen auch neue Design- und Geschäftsideen, berichtet Luther. „Wir lernen durch die digitale Kommunikation immer weiter dazu.“

FAKTEN ZUR SCHREINEREI LUTHER

Unternehmen: Schreinerei Luther
Land, Stadt: Hessen, Darmstadt
Gewerk: Tischler
Mitarbeiter: 14
Auszubildende: 3
Gegründet: 1901
Konzept: Digitale Produktion von Einzelstücken nach individuellen Kundenwünschen, Kundenakquise über Social-Media-Auftritt

Tipp: Die Schreinerei finden Sie im März auf der IHM, im Land des Handwerks, Halle C1, Stand C1.262.

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Dies ist ein Beitrag des Handwerk Magazins