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3. Digi-Talk bei BoschDirekt – Special Guest: Installateur-Meister und „Instagrammer“ Kristijan Cacic aka insta_llateur

Unser Gast in der dritten Folge ist Kristijan Cacic, selbstständiger Heizungsbauer und Installateurmeister aus Berlin. Und seit neuestem dürfte sich seine Berufsbezeichnung wohl noch um die des „Influencers“ erweitert haben. Denn in der digitalen Handwerker-Welt ist der Berliner bereits eine Berühmtheit. Gastgeber sind wieder Matthias Baur von thermregio, Luisa Guggemos von Bosch Thermotechnik GmbH und unser Team-Kollege Guido Sondern. Sie erfahren von Kristijan, wie er Social Media für sein Unternehmen nutzt, was er damit erreichen will und inwiefern sich sein Horizont dadurch erweitert hat.

Warum als Handwerker Social-Media-Kanäle bespielen?

Kristijan nutzt die Social-Media-Kanäle – allen voran Instagram – nicht nur um sein Unternehmen zu präsentieren und die alltäglichen Aufgaben zu dokumentieren. Vielmehr möchte er mit seinem Online-Auftritt dem Handwerk ein neues, positiveres Image geben. Jahrzehntelang habe es laut Kristijan keine Möglichkeit gegeben der Welt zu zeigen wie „geil“ das Handwerk ist. Bisher habe es für die allgemeine Bevölkerung eher als „dreckig, schwer und anstrengend“ gegolten. Diesem Missstand möchte er bewusst entgegen wirken und jedem zeigen, dass es sehr erfüllend sein kann Handwerker zu sein. Am Ende des Tages sehe man was man geschafft habe. Diese Erfüllung möchte er auch nach außen sichtbar machen, damit das Handwerk ein besseres gesellschaftliches „Standing“ und eine höhere Wertschätzung bekommt.

Mit dem Kanal seiner Wahl – Instagram –, der für ihn am besten funktioniert, beweist er seinen Followern jeden Tag aufs Neue, dass noch so vieles mehr in ihm steckt: Kristijan erzählt Geschichten mit seinen Stories, unterhält seine Handwerker-Kollegen mit kreativen Inhalten und hat so die Möglichkeit sich mit Gleichgesinnten weltweit zu vernetzen! Was es dafür braucht? Mut, Offenheit und Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Technologien. Auch für ihn sei es anfangs ein komisches Gefühl gewesen über sein Smartphone der Außenwelt von seinem täglich Brot zu berichten. Zumal die Reaktionen ja nicht direkt sichtbar sind wie etwa im persönlichen Gespräch. Doch was er an Rückmeldung bekam, war für ihn überwältigend. Auf kurzen Wegen sei die Kommunikation mit den unterschiedlichsten Leuten möglich. Konkurrenzdenken existiere nicht mehr. Es gehe vielmehr darum Gemeinschaft unter den Handwerkern und den einzelnen Gewerken zu bilden.

Es dürfte auch die Verbindung zum Persönlichen sein, was die Leute so an Kristijan fasziniert. Er hat keine Scheu sich zu zeigen und seine Emotionen offen zu legen. Diese Transparenz hat in beruflicher Hinsicht den Vorteil, dass auch die Kunden einen direkten Einblick von der Baustelle bekommen. Sie können sehen, wie aufwendig gewisse Dinge sind und wie sehr sich bei der Arbeit Mühe gegeben wird. Selbst wenn einmal etwas schief gehe, versuche er nicht das zu vertuschen. Die Menschen heute wollen Authentizität sehen. Es gehe überhaupt nicht mehr um Perfektion.

#lustaufhandwerk – Guerilla-Marketing von Handwerkern für Handwerker

Wie erreicht man Handwerker emotional auf der ganzen Welt und quer durch alle Gewerke? Wie hält man sie zusammen? Richtig! Mit einem Hashtag! Es hört sich zu einfach an um wahr zu sein, doch mit dem Schlagwort #lustaufhandwerk ging Kristijan mit seinem Profil „viral„. Das heißt, dass Inhalte, die diesem Hashtag zugeordnet waren, sich eigendynamisch und rasant verbreiteten. So bildete sich eine eigene Community rund um diesen Hashtag. Man könnte in diesem Zusammenhang auch von „Guerilla-Marketing“ sprechen. [Begriffserklärung: „Eine Guerilla-Werbeaktion erreicht Menschen auf eine Art, mit der sie nicht gerechnet haben. Das kann an einem öffentlichen Ort sein, über virale Verbreitung oder auf einem ganz anderen Weg – auf die Kreativität kommt es an.“]

Solche Werbe-Aktionen begeistern auch junge Leute und motivieren sie im besten Fall ins Handwerk zu kommen. Ein sehr wichtiger Aspekt, wenn man an den Fachkräftemangel in der Branche denkt. Wenn man die ganz Jungen (überwiegend etwa die 13-16-jährigen) erreichen und verstehen möchte, ist eventuell ein Blick auf das Netzwerk „tiktok“ lohnenswert. Auch diese Plattform ist, ebenso wie Facebook und Instagram, kostenlos, unterscheidet sich jedoch klar. Hier müssen Inhalte noch schneller funktionieren, wenn man die Aufmerksamkeit des Betrachters gewinnen möchte.

Wenn man als Betriebsinhaber sagt: „Ich hab genug zu tun – lasst mich damit in Ruhe!“ könnte das laut Kristijan eine gefährliche Einstellung sein. Die Kauf-Kultur ändere sich elementar. Schon jetzt gebe es bei Amazon & Co. Dienstleistungen mit 3 Klicks zu kaufen. Die Jungen sind die Kaufkraft der Zukunft und ein Handwerks-Betrieb wird im Idealfall noch lange weitergeführt, auch wenn es für die jetzigen Inhaber bald in Rente geht. Kristijan’s Zukunfts-Prognosen für einen Betrieb, der digital nicht gut aufgestellt ist, sind mitunter düster: „Der Auftrag per Handschlag oder über die Zeitungsanzeige ist heute so gut wie nicht mehr existent!“ Stattdessen gebe es Ads [digitale Anzeigen] und gesponserte Digital-Kampagnen.

Social-Media-Marketing verhilft zu mehr Sichtbarkeit

Was guter Content ist, muss jeder Betrieb für sich entscheiden. Prinzipiell gilt: Kreativer, informativer Content ist guter Content. Man darf auf seinen Social-Media-Profilen gerne überraschen und Spaß haben. Social-Media-Marketing kann hierbei zum Markenaufbau des eigenen Betriebes verhelfen. Eindeutig verhilft es zu mehr Sichtbarkeit. Und je besser man als Betrieb online sichtbar und vernetzt ist, desto glaubwürdiger kommt man rüber, desto mehr wird man zur Marke. Um im übersättigten Online-Markt auf lange Sicht zu überleben, ist das ein wichtiger Punkt.

Social-Media-Tipps vom Influencer

  • Setzt euch mit neuen Technologien auseinander!
  • Habt keine Berührungsängste, legt eure Scheu ab – jeder fängt klein an!
  • Werdet euch klar darüber was ihr mit eurer digitalen Präsenz erreichen wollt. Welche Zielgruppe möchtet ihr ansprechen? Für jedes Vorhaben gibt es andere Kanäle, die am besten mit unterschiedlichen Inhalten bespielt werden.
  • Jeder Handwerker hat seine eigenen Tools – jeder darf sich das rausnehmen, was zu ihm passt.
  • „Social Media ist nichts Schlimmes.“ Einfach machen und anfangen!
  • Zeigt euch so wie ihr seid!
  • Je professioneller es ist, desto unauthentischer wirkt es! Fehler sind menschlich; Makel während des Arbeitsprozesses wirken authentisch und sympathisch.
  • Beispiel-Themen für den Handwerker-Social-Media-Content: Firmengebäude, Werkzeug, Team, Arbeitsabläufe etc…
  • Wichtig: Den Kunden vorher um Erlaubnis fragen ob man bei ihm filmen darf. Ein überzeugendes Argument ist, dass das Unternehmen nicht nur um eine Referenz reicher ist, sondern dass auch der Kunde im Nachhinein eine Dokumentation seiner Baustelle hat – eine Win-Win-Situation also.

Sein Leben und seine Arbeit derart offenzulegen und für alle zugänglich zu machen ist sicher nicht jedermanns Sache, doch vielleicht inspiriert Kristijan den ein oder anderen zögerlichen Handwerker sich ebenfalls auf entsprechenden Plattformen zu präsentieren, so seine Online-Präsenz weiter auszubauen und letztlich aus seinem Unternehmen eine Marke zu machen.

Kristijan wird in Zukunft vermutlich noch mit einigen Projekten überraschen. Unter anderem wird er als „Sinnfluencer“ in andere Unternehmen hineingehen und sie zum Thema Social-Media-Marketing beraten. Ein Experiment, mit dem er ihnen zu mehr Sichtbarkeit verhelfen möchte. Wir danken ihm für den wertvollen Einblick in seinen Erfahrungsschatz und wünschen ihm weiterhin alles Gute!

Der Digi-Talk als Podcast

Der Talk wird 19.05.21 um 11 Uhr live im SHK-Radio zu hören sein. Außerdem kann er jederzeit auf Youtube nachgehört werden. Die anderen Folgen des Talks können Sie dort sowohl im Audio als auch im VideoFormat konsumieren.

Quellen & weitere Informationen:

  • Hier geht’s zum Instagram-Account vom insta_llateur
  • www.mediabynature.de/blog/guerilla-marketing/#Definition_Was_ist_Guerilla_Marketing
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