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Nachhaltigkeit im Handwerk: Ein altbekanntes Handlungsprinzip?

Neuigkeiten

23. Mai 2022

Erdrückende Hitze, langanhaltende Dürreperioden und daraus resultierende Nahrungsknappheit. Zerstörerische Überschwemmungen, Menschen die ihre Heimat verlieren und fliehen müssen. Es sind Bilder, die sich Jahr für Jahr realer anfühlen und ein dystopisches Zukunftsszenario, in das wir geradewegs hinein steuern. Kein Wunder also, dass die Frage nach zukunftsfähigen Entwicklungen und nachhaltigem Fortschritt immer drängender wird. Wissenschaftler*innen, Umwelt- wie Wirtschaftsverbände und zahlreiche internationale Organisationen fordern Lösungen, die den bevorstehenden Herausforderungen gerecht werden. Um die Auswirkungen des Klimawandels noch eindämmen zu können, ist jedoch konsequentes Umdenken gefragt – und aktives Handeln.

Von Beginn an dabei

Das Thema der Nachhaltigkeit mag in den letzten Jahren zwar stark an Auftrieb gewonnen haben – im Handwerk dagegen ist es ein “alter Hut”. Nachhaltiges Wirtschaften erfreut sich im Handwerk einer langen Tradition. Schon immer ging es bei der handwerklichen Arbeit darum, beständige Werte zu erschaffen und zu erhalten. 2016 bezeichnete die Unesco-Kommision die Handwerkskünste als „immaterielles kulturelles Erbe“, welches eine wichtige Ressource für eine nachhaltige Zukunft biete. Klar: Mit seiner generationsübergreifenden Vermittlung von Wissen und Fertigungstechniken kommt dem Handwerk diesbezüglich eine besondere Rolle zu.

Seit jeher liegt Handwerker*innen viel an ihrem hohen Qualitätsanspruch, der für langlebige Produkte sorgt. Reparaturen und Restaurationen sind fester Bestandteil ihres Alltags und wehren sich standhaft gegen die heutige Wergwerf-Mentalität. Regional zu wirtschaften ist für die meisten Handwerksbetriebe ebenfalls eine Selbstverständlichkeit. So herrschen oftmals enge lokale Verflechtungen, die für wirtschaftliche Stabilität sorgen und ausreichend Arbeitsplätze schaffen. Durch ihr Engagement leisten viele Betriebsinhaber*innen einen wichtigen Beitrag zur Optimierung der Kommunalpolitik. Darüber hinaus sind kurze Anfahrtswege auch noch umweltfreundlich und sparen eine Menge CO2 ein.

Das Handwerk geht also in vielerlei Hinsicht als gutes Beispiel voran. Denn mit bloßer Ressourcenschonung ist es nämlich nicht getan. Erst, wenn wirtschaftliche, gesellschaftliche und umweltfreundliche Faktoren miteinander in Einklang gebracht werden, lässt sich tatsächlich von Nachhaltigkeit sprechen. Ökologische, ökonomische sowie soziale Prozesse beeinflussen sich stets gegenseitig. Ohne eine intakte Umwelt, kein Fortbestehen unserer Gesellschaft – und ohne gesellschaftliches Wohlbefinden und eine funktionierende Wirtschaft folgen keine umweltschonenden Maßnahmen. Jede Handlung in der Gegenwart hat Auswirkungen auf die Zukunft. Nachhaltig zu handeln bedeutet daher, nicht nur die Lebensqualität der eigenen Generation, sondern auch die Folgeentwicklung kommender Generationen einzuberechnen.

Mut zur Genauigkeit – Nachhaltigkeit festhalten

Die eigenen Möglichkeiten zu nachhaltigem Handeln erkennen Handwerksbetriebe oft nicht auf den ersten Blick. Dabei ist es äußerst lohnenswert ein differenziertes Bild über die eigenen Nachhaltigkeitsbemühungen zu erhalten. Öffentlichkeit sowie Kundschaft haben vielfach Interesse an diesem Einblick. Und auch der Betrieb profitiert davon. Denn trotz einiger guter Ansätze im Handwerk gibt es bei einzelnen Betrieben noch “Luft nach oben”, die viele bereitwillig füllen möchten. Mögliche Verbesserungsmaßnahmen klar vor Augen zu haben, fällt ohne Hilfsmittel allerdings gar nicht so leicht. 

Eine Möglichkeit, Klarheit zu schaffen, ist das Erstellen eines Nachhaltigkeitsberichts. Dafür verwendet werden bestenfalls etablierte Standards wie der des Deutschen Nachhaltigkeitskodexes (DNK). Dieser hält Verbrauchsdaten und Betriebsabläufe fest und macht sichtbar, wo Potential zur Optimierung liegt. Wo sind Veränderungen dringend nötig? Was läuft bereits gut? Die Antwort auf derartige Fragen bietet eine wertvolle Orientierung. Sie führt vom Wunsch als Betrieb nachhaltiger zu werden zu einem ersten konkreten Schritt.. Die neu gewonnenen Anhaltspunkte machen das Vorhaben konkret und stellen einen großen Anreiz dar, tatsächlich zu handeln.

Um Nachhaltigkeit fester im Betrieb zu verankern, sollte der interne Fokus verschoben und Nachhaltigkeit als Unternehmensziel deklariert werden. Bestenfalls sollte Nachhaltigkeit in alle Bereiche des Betriebs mit einfließen. Wichtig hierbei ist, dass auch das Team hinter diesem Vorhaben steht und die Überzeugung einer nachhaltigen Zukunft teilt. Umso mehr Menschen begeistert den „Nachhaltigkeitsweg“ einschlagen, desto leichter fällt die Umsetzung. Dies gilt sowohl für interne als auch externe Zusammenarbeit.

Eine transparente Kommunikation, die die eigene Nachhaltigkeitsstrategie offen legt, ist auf allen Linien wichtig. Sich ehrlich mit den Geschäftspartner*innen auszutauschen, kann neue Prozesse ermöglichen und sorgt vielleicht sogar für spannende Anregungen von außen. Mit wem im Außen ebenfalls unbedingt kommuniziert werden sollte, ist die Kundschaft. Die guckt nämlich mit interessiertem Blick darauf, wie es um das Nachhaltigkeits-Bestreben ihres favorisierten Betriebs steht. Nachhaltig zu sein und nachhaltige Ziele zu verfolgen, sorgt für ein positives Image. Kein Wunder – wer möchte nicht Teil einer zukunftsbejahenden Gesellschaft sein?

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Quellen

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