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Das Handwerk auf Social Media? Zwei junge Influencer berichten… #digitalk

Fachliches

16. November 2021

Auf Instagram, Tiktok, YouTube und Co tauchen immer mehr Handwerker:innen auf, die Menschen in ihren Arbeitsalltag mitnehmen. Um zu erfahren, was hinter diesen Accounts steckt, haben wir mit zwei Influencer:innen gesprochen und sie darum gebeten, Tipps und Tricks zu teilen, wie Handwerksbetriebe digitale Plattformen für sich nutzen können.

Unter dem Namen buntezukunft startete die Maler- und Lackierermeisterin Jessica Jörges (23) einen Blog, der junge Menschen mit auf ihre Reise als Azubi nehmen sollte. Mittlerweile teilt sie auch auf Instagram Bilder und Texte rund um’s Handwerk. Am liebsten postet sie dort Vorher-Nachher-Fotos, die ihren Arbeitsprozess zeigen sowie spannende Momentaufnahmen oder Problemlösungen auf der Baustelle. Wichtig ist ihr dabei, die Dinge in einen Kontext zu bringen und mit sinnvollen Informationen und Erklärungen auszustatten. Der Gipser und Stuckateur Felix Schröder (24) teilt auf sozialen Plattformen als gipserfelix humorvoll seinen Handwerker-Alltag. Auf YouTube veröffentlicht er größtenteils Do-It-Yourself und Erklär-Videos, auf Instagram und TikTok handelt es sich dagegen meist um Inhalte („Content“) von der Baustelle und Videos mit einem „kleinen Augenzwinkern“.

„Meine Motivation: Menschen das Handwerk näher bringen und zeigen, was in uns Handwerkern steckt.“

Felix Schröder (24), Gipser und Stuckateur
@gipserfelixx

Wer hat es schon verarbeitet? ##heimwerker ##hausbautipps

♬ Originalton – Gipser Felix

Social Media: Das große Potential der Branche für die Öffentlichkeit zugänglich machen

„Menschen das Handwerk näher bringen und zeigen, was in uns Handwerkern steckt“, das ist die primäre Motivation, die Felix und Jessica teilen. Konsumiert werden die Beiträge von Menschen, die sich von ihnen inspirieren lassen wollen und Spaß daran haben, ihre Arbeit zu verfolgen. Größtenteils sind das Handwerks-Interessierte, Bauherr:innen sowie Handwerksfirmen. Aber auch mit anderen Handwerker:innen findet durch Communities wie #LustaufHandwerk eine große Vernetzung statt. Dies ermöglicht Berührungspunkte mit verschiedensten Handwerksberufen und einen intensiven Austausch untereinander.

„Motivierte Azubis müssen ausreichend gefördert werden“

Jessica Jörges (23), MALER- UND LACKIERERMEISTERIN

„Die Alterspanne unter den Instagram-Nutzern ist deutlich größer, als man meinen würde“, so Jessica. In der Community befinden sich bei Weitem nicht nur die Jüngeren; auch viele Menschen, die schon lange in der Branche arbeiten, haben Social Media als eine wichtige Möglichkeit für sich entdeckt. „Aufmerksamkeit und eine leichte Kontaktaufnahme“, das sind für Felix die großen Vorteile für Betriebe auf Instagram. Während Jessica mittlerweile fast 6000 Menschen zu ihren Abonnent:innen zählen darf, sind es bei Felix bereits über 25.000.

Wie Handwerksbetriebe für junge Menschen attraktiv bleiben

Um sich einen Einblick in mögliche Ausbildungsberufe zu verschaffen oder den passenden Betrieb zu finden, suchen viele junge Menschen auf den Sozialen Medien nach hilfreichen Informationen. Dass gute Arbeitskräfte im Handwerk rar sind, ist jungen Azubis heutzutage nur allzu bewusst. Als Handwerksbetrieb sollte man den Online-Auftritt folglich ernst nehmen und sich den Erwartungen der Jüngeren selbstbewusst stellen. „Motivierte Azubis müssen ausreichend gefördert werden“, findet Jessica, „Sie sollten von Anfang an mitbekommen, was so cool an unserem Beruf ist“. Spannende Seminare und Workshops sollten ihrer Meinung nach auch den Neueinsteigern zugänglich gemacht werden und nicht allein dem Meister vorbehalten sein. Offen auf Azubis zugehen, sie von Beginn an ernst nehmen und für ein gutes Verhältnis unter Mitarbeitenden sorgen, darauf gilt es für Betriebe zu achten. Das Wichtigste, da sind sich Jessica und Felix einig, ist der Spaß an der Arbeit, der auf den Betriebs-Kanälen ruhig gezeigt werden darf und dazu einlädt, Teil des Teams werden zu wollen.

Tipps für Handwerksbetriebe und ihren Social Media Auftritt

  • Authentisch: Alltagsmomente, es müssen nicht die „perfekten“ Fotos sein, Handkamera reicht vollkommen, der Inhalt zählt, nur veröffentlichen, womit sich alle Beteiligten wohlfühlen
  • Kontinuierlich: regelmäßige Posts erhöhen die Aufmerksamkeit
  • Persönlich: Arbeitsatmosphäre und Spaß an der Arbeit teilen, Team mit Portraits und Kurzbeschreibungen einzeln vorstellen, um Kund:innen und Azubis zu zeigen, mit wem sie zusammen arbeiten werden

Das Interview führte Kiara Francke via Zoom im November 2021.

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